Als mir meine Tante kurz vor Oscar's Geburt ihr Tragetuch schickte, war ich noch sehr skeptisch. Wie soll das gehen und ist das nicht viel zu kompliziert? Die ersten Bindeversuche mit "Fluffy" unserem Stofftierhund verliefen ja unkompliziert aber mit einem echten Baby wird das ja noch einmal etwas ganz anderes!
Nun war Oscar da und der erste Bindeversuch war eine Katastrophe! Ich war nervös und Oscar weinte nur. Am Ende schmiss ich das Tragetuch gestresst in den Schrank und dachte, das war das Ende unserer kurzen Tragezeit. Ich griff wieder zum Kinderwagen und schaukelte mit Oscar die Strasse auf und ab...aber er mochte es einfach nicht. Er weinte bis zu dem Moment, wo ich ihn "befreite" und auf den Arm nahm. Da wusste ich, mein Kind möchte bei mir sein und ich sollte dem Tragetuch noch eine Chance geben.
Da es hier in England, soweit ich weiss, keine Trageberatungen gibt und ich damals auch noch niemanden kannte, der sein Kind trug, schaute ich mich auf YouTube schlau und übte, bis ich mir sicher war, ich weiss wie das geht. Selbstbewusster als beim ersten Mal, griff ich mir also mein Baby und steckte ihn ins Tragetuch. Keine 2 Minuten wirkte der Schlafsand im Tragetuch seine Wunder und Oscar schlief.
Seit diesem Tag verstaubte der Kinderwagen, der uns damals zum Glück nur aus zweiter Hand geschenkt wurde, und eine unglaublich schöne Tragezeit begann. Mein erstes eigenes Tragetuch war schnell gekauft und es reihten sich auch noch andere Tragehilfen in meine "Sammlung", die uns alle auf unseren kleinen und großen Abenteuern begleiteten.
Es gibt natürlich viele Eltern, die sowohl ein Tragetuch als auch einen Kinderwagen nutzen. Für uns bot sich das Tragetuch aber einfach immer als praktischere Variante an. Es nahm keinen Platz im Auto weg. Zum Spazieren gehen war es auch einfacher, weil man sich nicht an "Kinderwagen-freundliche Routen" halten musste. In der Stadt beim Einkaufen blockierten wir nicht die Gänge. Und als Oscar laufen konnte, schoben wir keinen leeren Kinderwagen vor uns her, sondern steckten einfach das Tragetuch in die Tasche, wenn er lieber allein laufen wollte.
Auch jetzt mit Samson werden die Tragetücher von uns täglich genutzt und eigentlich könnten wir ohne sie gar nicht mehr leben. Samson ist da nämlich noch anspruchsvoller als Oscar damals und braucht eigentlich ununterbrochenen Körperkontakt.
Ein getragenes Kind erlebt die Welt meiner Meinung nach auf eine ganz andere Weise. Einfach weil es eben auf unserer Augenhöhe ist und alles um sich herum beobachten kann.
Auch jetzt mit Samson werden die Tragetücher von uns täglich genutzt und eigentlich könnten wir ohne sie gar nicht mehr leben. Samson ist da nämlich noch anspruchsvoller als Oscar damals und braucht eigentlich ununterbrochenen Körperkontakt.
Ein getragenes Kind erlebt die Welt meiner Meinung nach auf eine ganz andere Weise. Einfach weil es eben auf unserer Augenhöhe ist und alles um sich herum beobachten kann.






