England ist, meiner Meinung nach, eine ziemliche Fernseh-Gesellschaft. Als ich noch in Deutschland gelebt habe, war mein Fernseher noch nicht einmal angeschlossen. Und somit war es für mich ein ziemlicher Schock, als ich auf die Insel zog und mir bei jeder Gelegenheit jeder erzählte was er denn alles gestern im "telly" gesehen hätte. Wenn man jemanden besucht, ist es nicht ungewöhnlich, dass im Hintergrund der Fernseher läuft. Oder, wie mir gestern so berichtet wurde, auch gerne mal im Vordergrund. D.h. Die Familie trifft sich, man sitzt eine Stunde vor dem Fernseher und dann geht jeder wieder nach Hause.
Dementsprechend ist es hier auch Gang und Gebe, dass die kleinen Sprösslinge von Anfang an vor den Fernseher gesetzt werden. Das englische Kinderfernsehen, kann ich mir persönlich wirklich nicht antun. Ich werde dabei nervös, weil alle so aufgeregt und überaus fröhlich laut sind. Da ist das deutsche Kinderprogramm wirklich entspannend.
Ich kenne einige Eltern, die ihre Kinder wirklich gar kein Fernsehen schauen lassen. Und andere, die ihre Kinder quasi vor dem Fernseher "parken". Und wir? Wir befinden uns da wohl im Mittelmass. Meiner Meinung nach, ist alles in Maßen und im korrekten Umgang zu geniessen. Qualität vor Quantität.
Oscar schaut, im Vergleich zu anderen Kindern, nicht sehr viel Fernseh. Allerdings gibt es auch den ein oder anderen Morgen, an dem wir uns zusammen auf's Sofa kuscheln und ein bisschen KiKa oder Katrin und die Welt der Tiere schauen, bevor wir unseren Tag beginnen.
Wenn überhaupt ist es meist so, dass wir ab und zu abends (oder an verregneten Tagen auch gerne mal nachmittags) alle 3
zusammen einen Film schauen. Meist verliert Oscar schon zwischendurch das Interesse und kramt lieber Spielzeug raus, was natürlich okay ist. Es gibt jedoch einen Film, bei dem er immer bis zum Schluss schaut. Den auch Jamie und ich super gerne immer und immer wieder schauen.
RIO!
Ich finde, dass Fernsehen durch aus okay ist. Solange man das Kind nicht vor dem TV "parkt" sondern sich zusammen hinsetzt und sich etwas ansieht. Meist reden wir auch die ganze Zeit über was wir sehen. Oscar sitzt dann auch nicht komplett hirnlos da und vergisst die Welt um sich herum. Aus persönlichen Erfahrungen weiss ich, dass ein Fernsehverbot eher den Effekt hat, dass die Kinder es noch mehr wollen. Ein Limit a la eine halbe Stunde pro Tag führt meist dazu, dass sie um jede Minute kämpfen ("Gestern habe ich nur 25 minuten geschaut, dann darf ich heute 35!"). Eine bekannte erzählte mir, dass ein Mitarbeiter früher nie TV schauen durfte und seinen Eltern die Schuld gibt, dass er jetzt so viel TV schaut.
Oscar hat im Alltag kein Interesse am Fernseher. Ich denke, das liegt zum Teil daran, dass er weiss, wenn er möchte, könnte er gern TV schauen.
Es soll sich bitte niemand angegriffen fühlen. Mich interessiert einfach: Wie macht ihr das zu Hause? Dürfen eure Kinder TV schauen oder eher nicht?